Ein Hallo in die Welt!
Statt Sonntag an den Strand zu fahren (das hat sich leider in Wohlgefallen aufgelöst!) habe ich endlich mal meine Lektüre für den Sprachkurs zu studieren begonnen. Lesen wäre wirklich das falsche Wort, die 7 seitige Einleitung habe ich binnen anderthalb Stunden immerhin fast geschafft...
Naja, ich habe auch jede Vokabel und viel Grammatik sowie ein bisschen Geschichte nachgeschaut. Dabei bin ich dann unter anderem über 4 Dinge gestolpert: die Biographie des arbeitswütigen Honoré de Balsac, ein sehr nützliches spanisches Wort, sacar, das ich bisher nur unter Geld abheben gespeichert hatte, es hat aber noch sehr viele andere Bedeutungen, die Hauptbedeutung ist "herausnehmen". Sucht das mal bei LEO! Und staunt über die 90(!) Ergebnisse. Die armen deutschlernenden Spanier, die statt einem Wort unzählige verschiedene deutsche benutzen müssen. Auf dieser Seite könnt ihr dann auch gleich die neue Sprachausgabe von LEO testen (ok. ist ein bisschen versteckt!), funktioniert in vielen Sprachen, am besten einen deutschen Text füttern und auf französisch lesen lassen. Sehr sehr amüsant. Desweiteren bin ich auf Umwegen auch auf die Geschichte der Gitanos in Andalusien gestoßen, über 300.000 leben hier, zB auf dem Sacro Monte in Granada. Auch in Sevilla leben viele - ich fuhr mit dem Rad auf dem Weg zum Gitarrenunterricht an einer großen Gruppe vorbei (vielleicht 50 Leute), die an einer breiten Treppe saßen und nichts zu tun schienen - ich fragte mich erst, warum sie dort waren, denn ich war diesen Weg oft gefahren, ohne jemals einen Gitano gesehen zu haben. Dann verstand ich es: einige hundert Meter weiter, zwischen den Bäumen am Flußufer, war ein großes Baufahrzeug - sozusagen in ihrem Wohnzimmer...
Den Sevici-Service habe ich jetzt erstmals sehr persönlich von der negativen Seite erlebt. Just in dem Moment, als ich mich im System angemeldet hatte, beschloss das Fahrrad meiner Wahl, in der Station zu bleiben und sich nicht vom Fleck zu rühren. Der Bildschirm sagt: Danke, dass sie sich ein Sevici genommen haben! Und ich musste eine 50 ct./min Nummer anrufen, um das zu klären... konnte dafür aber die neue Vokabel sacar in dem Zusammenhang wunderbar anwenden :)
Im Gitarrenunterricht versuchten wir es Montag mit der Begleitung zu Gesang auf einer CD - und ich muss leider gestehen, dass ich daran erstmal hoffnungslos scheiterte. Der Flamenco ist einfach sehr kompliziert und mir fehlt das musikalische Umfeld, um irgendwie eintauchen zu können. Ich denke auch gerade darüber nach, ob sich dieses eine Stündchen Unterricht in der Woche wirklich lohnt. Ich müsste mich einfach mit der Gitarre in diesen und jenen Park setzen, Gitarre spielende Spanier ansprechen, so läuft das hier, nichts mit Studieren und Noten... fehlt mir dafür der Mumm oder hat das bei mir aus irgendwelchen Gründen keine Priorität? Es ist auch kalt, meine Finger dementsprechend ungelenkig und ohne Wolldecke friert man ziemlich in unserer Wohnung... ich tippe auf 12 bis 15 Grad, je nach Tageszeit. Mit dem Winter holt mich eine gewisse Trägheit ein...
ok, nicht überall: sportlich wie sozial bin ich nach wie vor sehr zufrieden. Gestern zB. Los Remedios - Uni, Uni - Los Remedios, Los Remedios - Club de Remo, Rudern Richtung Hafen, wieder an Los Remedios vorbei und zurück, Fahrrad nach Los Remedios, wieder zur Uni und zurück... immerhin sind das jeweils 15 min Fahrradstrecke. Desweiteren habe ich 2 neue deutschlernende Spanier ausfindig gemacht und den ersten auch schon getroffen!
Mittwoch, 26. November 2008
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
1 Kommentar:
Hei Niki
Ist immer wieder schön deine Einträge zu lesen, oft lassen sie mich ein wenig oder ein wenig mehr schmunzeln :-)
Schon lustig wie weit Menschen auseinander streben in verschiedene Länder der Welt nach dem sie ein Zeit lang zusammen gearbeitet/gelebt haben.
Finds irgendwie schöne und spannend sich zumindest über Blogform ein bisschen mitzubekommen.
Gruß, Lukas
Kommentar veröffentlichen