Ein paar ausgewaehlte Eindruecke aus Marokko:
In Tanger kommen die ganzen Faehren aus Spanien an, auf einer von ihnen Dirk und ich. Es erwartete uns ein ein Belagerungsring aus selbsternannten Stadtfuehrern / Freunden, manchmal mit offiziell aussehender Kleidung. Auch weiss man nicht so genau, wer eigentlich Polizist ist, bestimmt 6 verschiedene "Polizei-Uniformen" habe wir gesehen. Mit Trekkingrucksack, heller Haut und blonden Haaren ist man ein leicht zu identifizierendes Ziel... Fuer knapp 15 € bekamen wir letztendlich ein 3er-Zimmer in einem 0-Sterne Hotel, mit kalter Dusche inklusive. Ich weiss nicht so genau, was ich von der Stadt halten soll. Kurz nach unserer Ankunft machten wir halt bei einem Platz mit Meerblick, erschoepft von der Fahrt und den ganzen penetranten Angeboten. Promt wurden einem Marokkaner direkt vor uns von einem Zivilpolizisten Handschellen angelegt... Auf dem Rueckweg fanden wir zufaelligerweise, auf Irrwegen zum Hafen, wunderschoene Einkaufsstrassen, auch einen schoenen Platz mit Cafés. Eigentlich ist die Stadt nicht touristisch, lediglich Anlaufstelle der Faehren. Auch ein Blick auf Preise und die Eindruecke als europaeische Frau (ich schoepfe einfach mal aus Inas Erfahrungsschatz) lassen diesen Schluss zu - im touristischen Marrakech weniger nervenaufreibende Blicke, weniger verhuellte Frauen.
Zugfahren: Wohl die beste Moeglichkeit, Leute kennenzulernen. Vorausgesetzt, man kann Franzoesisch und hat Kleinigkeiten zu Essen dabei - denn das wird mit Sitz-/Abteilnachbarn geteilt. Busbahnhoefe: Wuselndes Leben, unzaehlige Taxifahrer/Guides lauern und werben auf allen erdenklichen Sprachen fuer ihre Dienste. Die Kartenschalter fuer die kleineren Busunternehmen sind allerdings nur mit Hilfe zu verstehen, am grossen Bahnhof in Casablanca gibt es ueber 20 davon, sobald man orientierungslos stehenbleibt, wird man von Angeboten ueberhaeuft. Insb. der Gang aufs Maennerklo ist Kultur pur - vorbei geht es am Gebetsraum, schliesslich kommt man in einen gekachelten Raum, in dem einige sich vor den Gebeten waschen, manche Schuhe putzen, viele auf eine Toilettenloch warten. Falls sich laengere Zeit nichts tut, wird geklatscht, als Zeichen, dass draussen Leute warten.Vor der Tuere findet man Holzueberschuhe und drinnen viele Eimerchen, die man sich an einem Fass auffuellt und dann fuer Saemtliches verwendet.
Marrakech / Basare:
In Marrakech hatte ich ein absolutes Launentief, weil ich den Eindruck bekam, der gigantische Markt sei nichts weiter als eine grosse Touristenattraktion, auf der nebenbei Drogen verkauft werden. Vor letzteren Angeboten kann man sich kaum retten. Zum Beispiel kaufte ich bei einem Stand ein paar Gewuerze, woraufhin mich der Verkaeufer noch umsichtig darauf hinwies, dass ich auch Drogen bei ihm bekaeme. Von diesen Pseudostaenden gab es leider viel zu viele. Auf dem zentralen Platz war das Problem ein anderes: es gab ausschliesslich Orangenverkaeufer und Trockenfruchtverkaeufer, immer abwechselnd, bestimmt 30 jeder Art. Die getrockneten Fruechte waren immer die gleichen, auf die gleiche Weise angeordnet. Wie kuenstlich das wirkte kann sich jeder vorstellen. Weiterhin kann man die Zisterne besichtigen: eigentlich ein schoener Ausflug, nur die "Fuehrung" durch ein kleines Gebaeude fuer 1 € war frech: Ein Greis mit weisser Kutte und Kaeppchen sagte: "Hier ist die Zisterne, das Wasser kommt aus dem Ourikatal, auf dem Gebiet stehen 10.000 Olivenbaeume, die Zisterne wurde ... von ... erbaut (nicht gemerkt). Das ganze ging ungefaehr eine Minute; dann draengte er uns, wieder zu gehen, damit die Touristen von unten ein Foto machen koennten.
Tagesausflug Ourika-Tal:
Ein wunderschoener Tag war das, der fuer mich eigentlich dadurch nur moeglich wurde, dass ich den Zug nach Norden verpasst/verplant hatte. Fuer ca. 9 € pro Person machten wir in einem "Grand Taxi" (alter Mercedes fuer 6 Fahrgaeste) einen Ausflug in das 1 Stunde entfernte Ourika-Tal, mit einem lustigen Berber als Taxifahrer+Fuehrer, Karima, einer Marokkanerin, die im gleichen Hotel wie wir untergebracht war, sowie Beate, einer Norwegerin, die wir zuvor im Zug kennengelernt hatten. Das Tal ist wunderschoen und auch fuer Marokkaner ein beliebtes Ziel fuer einen Sonntagsausflug. Hier ein paar Eindruecke von dort (1. Taxifahrer, 2. Ourika-Wasserfall 3. Bruecke, im Hintergrund Dirk und Beate (weiss/gelb) ).
Einen schoenen Abend!
Morgen kommt meine Mutter zu Besuch.
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